Ans Meer!
Wenn schönes Wetter ist, gehen die meisten Leute ganz entspannt in den Garten. Katja und ich stehen ganz entspannt um abartig früh Uhr auf (es sei denn, ich verschlafe *schäm*), hüpfen ins Auto und fahren ans Meer.
Mit genügend Proviant versehen - Eibrot, Bonbons, Pfefferminzschokolade, Brausebonbons und ähnlichen Grundnahrungsmitteln -, fuhren wir um ungefähr 9 Uhr los. Geplant war acht, aber mein blöder Wecker... und der blöde Vogel vor meinem Fenster... und ich war doch so müde... und... äh... jedenfalls fuhren wir los und schwangen uns auf die Autobahn.
Kurz vor Aachen machten wir die erste Frystyxpause auf einem lauschigen Rastplatz. Katja präsentiert das traditionelle, in Alufolie gehüllte Eibrot. Ich nutze mal die Gelegenheit für ein Starportrait meines Mobils.
Dann ging Katja auf die Suche nach der dicken, behaarten Raupe, die gerade den gesamten Weg von links (Straße) nach rechts (Gras) hinter sich gebracht hatte, ohne plattgefahren zu werden. Sie war aber schon ins Gras entschwunden.
In Holland kauften wir diverse Sorten Vla und wollten dann tanken, weil es da ja so viel billiger ist. Auf gut Glück verließen wir die Autobahn, bogen mal probehalber nach links ab und fanden selbstverständlich nichts, was einer Tankstelle auch nur entfernt ähnlich gesehen hätte. Stattdessen fanden wir das hier:
Die glitzernden Golddublonen auf dem Boden haben wir liegengelassen. Solche Schätze sind üblicherweise verflucht.
Auch den fertig gepackten Koffer haben wir nicht angerührt.
Das war auch gut so, denn im Innenhof stand schon abfahrbereit ein Reisewagen.
Er braucht nur ein bißchen Pflege und Ermunterung, und dann kann es schon losgehen.
Hier kommt allerdings jede Pflege zu spät.
Wir fühlten uns irgendwie an Otzenrath erinnert...
... und tote Häuser sind schon traurig.
Das Gebäude hat sogar eine Kapelle.
Man kann aber leider nur durch die Fenster gucken...
... weil dem kleinen Vordach irgendwann die Beine weggebrochen sind und der Zugang zur Tür höchst wirkungsvoll versperrt ist.
So wird das kleine Schlößchen nach und nach zugewuchert.
Suchbild mit Katja.
Suchbild mit Mobil.
Katja glaubte, das Haus sei ein Hotel gewesen. Ich glaubte das nicht, aber hier ist der Beweis. Es gibt sogar noch Gästebetten.
Was heißt "Relais Goorhof Kasteel"? Ich habe ein bißchen im Internet geforscht und einen Link der Gemeinde Grobbendonk gefunden. Unter "Bezienswaardigheden" (Sehenswürdigkeiten) gibt es ein paar sehr vage Infos. Niemand weiß, was es ist oder wem es gehörte, aber es wurde 1876 gebaut.
Und hier gibt es ein Bild, aber überhaupt keine Infos. Aber die Seite zeigt Bilder von weiteren vergessenen Gebäuden. Sehr lohnenswert.
Statt weiter traurig zu sein, haben wir beschlossen, jetzt endlich eine Tankstelle zu suchen. Wir fuhren bis zu der Stelle zurück, wo wir von der Autobahn links abgebogen waren, und bogen nun nach rechts ab. Fünf Sekunden später fanden wir eine Tankstelle. Und weil es in Holland ja so viel billiger ist (bei uns kostete der Sprit 1,22 ), tankte ich den Wagen voll und bezahlte dann 1,26 pro Liter. Na toll. Aber wenigstens entdeckte ich diese Schaufensterpuppe in Monteursmontur. Einige Kilometer vorher hatten wir schon einen etwa sechs Meter hohen Papagei neben einer Fabrikhalle gesehen, aber auf der Autobahn kann man so schlecht eine Vollbremsung hinlegen (dazu später mehr), also haben wir davon leider kein Foto.
Frisch betankt fuhren wir weiter, hielten an jeder einzelnen Ampel zwischen Antwerpen und Domburg und kamen endlich ans
Meer!!!
Suchbild mit Astrid.
Das Wetter wurde immer schöner. Der Wind war zwar schweinekalt, aber wir hatten in weiser Voraussicht Pullover angezogen und uns an den Strandhäuschen einen windgeschützten Platz gesichert. Und da blieben wir nun vier Stunden lang sitzen und guckten aufs
Meer!!!
Aber natürlich waren wir nicht nur zum Faulenzen hergekommen.
Das ist der neue Arbeitsplatz der ???-Autorin Astrid V.
Und so friedlich blieb es auch nicht. Bitte beachten Sie die ominösen dunklen Flecken in der oberen Bildhälfte. Denn es nahten, ganz in Hitchock-Manier...
... DIE VÖGEL.
Plötzlich kippte das Meer dramatisch zur Seite! Und eine gigantische Dohle griff unvermutet einen winzigen Spaziergänger an!
Dann landete sie und brachte den Horizont damit fast wieder ins Gleichgewicht.
Also schön, vielleicht wollte sie auch nur das Stückchen Eibrot haben, das ich mal testweise in die Gegend geworfen hatte.
Aber es wirkte. Denn nun kamen
DIE VÖGEL.
Und niemand kam uns (und dem Eibrot) zu Hilfe!
Uh-oh...
Nachdem das Eibrot alle war, bewarfen wir DIE VÖGEL mit Erdnußflips, um sie zu verjagen, aber selbst das klappte nicht!
Im Gegenteil, es machte sie rasend!
AAAAHHHH!!!!
Bitte beachten Sie die schreckensstarren Zehen.
Aber endlich ließen sie von uns ab. Die Opferung der Erdnußflips hat also zum Glück doch gewirkt.
Nur eine einsame Dohle bewachte uns noch.
Erwähnte ich schon, daß das Wetter toll war?
Wir guckten also wieder eine Weile das Meer an.
Ich MAG meinen neuen Arbeitsplatz.
Zur Abwechslung gingen wir dann auch mal INS Meer.
Dies ist, warum auch immer, ein künstlerisch wertvolles Bild.
Normalerweise ist Katja ein bißchen kleiner als ich.
Katjas linker Fuß.
Katjas beide Füße.
Nein, es gab NICHTS Interessanteres zu fotografieren als Füße!!
Ok, vielleicht doch.
Und dann war da natürlich noch das
MEER!!!
Und falls jetzt jemand sagt, ich sollte lieber ??? schreiben, statt am Meer herumzulungern: DAS hier nimmt euch garantiert den Wind aus den Segeln.
Als wir nicht mehr sitzen konnten, haben wir unseren Kram gepackt und sind noch ein bißchen durch Domburg flaniert. Dort gab es ein kleines Straßenfest mit Bluesband, leckerem Schafskäse ("das Stück hier für nur 8 Euro!") und Erdbeeren, aber da hatte ich keine Lust zum Fotografieren. Wir haben zur Feier des Tages Pfannkuchen gegessen und in einer Nebengasse noch ein Motiv für meine Türensammlung gefunden.
Dann gings wieder heimwärts, weil Katja ihre Katze streicheln wollte. Unterwegs entdeckten wir die wahrscheinlich einzige Autobahn auf der Welt, auf der man anhalten muß, um den restlichen Verkehr durchzulassen. Um auf die E 313 (oder wars schon E 314?) Richtung Aachen zu kommen, muß man mal nach links, mal nach rechts, und bei stärkerem Verkehr wäre mir todsicher einer reingerauscht oder ich würde jetzt noch im belgischen Autobahnsystem herumirren und weinen. Aber trotz der hartnäckigen Belästigung durch zwei Campingwagen kamen wir lebend hindurch und heraus und entlang und nach Hause.
Das wars. :)
12.06.2005